MPU-Gutachten - MPU-Vorbereitung Osnabrück

MPU Gutachten

Was ist ein MPU - Gutachten?

Ihre zuständige Führerscheinstelle hat einen "Begutachtungsauftrag" veranlasst. In der Regel haben Sie vorher einen entsprechenden Antrag gestellt - für Ihre MPU. Das Ergebnis der Begutachtung ist ein MPU-Gutachten, mit dem nun die Verwaltungsbehörde bzw. Fahrerlaubnisbehörde über Ihren Antrag, den Führerschein zurückzubekommen, entscheiden möchte.

In der Regel ist eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet worden, weil Sie im Straßenverkehr aufgefallen sind. Entweder mit Alkohol (z. B. Fahrt im Straßenverkehr mit über 1,6 Promille oder mehrere Fahrten mit Alkohol bis zu 1,1 Promille) oder Drogen oder Verkehrsrecht, d.h. Punkten. Die Behörde meldet nun Zweifel oder Bedenken hinsichtlich Ihrer Fahreignung an. In allen drei Bereichen besteht grundsätzlich die Möglichkeit, dass Sie Ihre Auffälligkeit wiederholen. 

Daher muss die Behörde klären lassen, ob diese Zweifel an Ihrer Fahreignung (z.B. ob Sie noch weiter unter Einfluß von Alkohol im Straßenverkehr fahren werden) noch bestehen oder ob Sie diese in der Zwischenzeit ausgeräumt haben. In aller Regel geschieht dies innerhalb einer gezielten  MPU-Vorbereitung.

Man nennt das auch Aufarbeitung der Problematik mit Alkohol, Drogen oder Verkehrsrecht. Nur mit einer gründlichen Aufarbeitung im Rahmen einer MPU - Vorbereitung hat man realistische und gute Chancen die Medizinisch-Psychologische Untersuchung vom Ergebnis her im ersten Anlauf zu bestehen. "Bestehen" bedeutet für Sie als betroffene Person: Sie bekommen eine positive MPU!

Der MPU - Gutachter wird also im Gespräch mit Ihnen überprüfen, ob die Eignungszweifel immer noch bestehen oder ob Sie vor der Untersuchung mit fachlicher Hilfe gezielt daran gearbeitet haben und wesentliche Änderungen vollzogen haben.

Wenn der Gutachter zu dem Ergebnis kommt, dass bei Ihnen keine Eignungsbedenken für eine weitere Teilnahme am Straßenverkehr mehr bestehen, bekommen Sie ein positives Ergebnis. 

Damit ist das MPU-Gutachten das Ergebnis aller Befunde und Informationen, die bei einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) über Sie erstellt werden. Dies betrifft somit die Ergebnisse aus allen vier Teilen der Untersuchung:

Ergebnisse des Fragebogen-Teils, die Untersuchungsergebnisse des Medizinischen Teils (inklusive der Befunde: Abstinenznachweise, Blutwerte, usw.), die Resultate der psychophysischen Leistungstests (Testcomputer) und das Ergebnis des Gesprächs mit dem Gutachter (Explorationsgespräch).

Das MPU-Gutachten wird anschließend in schriftlicher Form erstellt und kann auch einen Seitenumfang von bis zu 30 DIN A4 Seiten umfassen. 

Im Gutachten ist auch das Gesamtergebnis Ihrer MPU enthalten: ob Sie die MPU bestanden haben (positives MPU-Gutachten) oder nicht bestanden haben (negatives MPU-Gutachten). 


Welche Bedeutung hat das MPU-Gutachten?

Das MPU-Gutachten ist selbstverständlich sehr wichtig! Einmal natürlich für Sie selbst und zum Anderen für Ihre Führerscheinstelle. Denn Ihre Behörde muss entscheiden, ob Sie den Führerschein (Fahrerlaubnis) zurückbekommen oder (manchmal) behalten dürfen.

Deshalb wird das Gutachten wird herangezogen, um über Ihren MPU-Antrag entscheiden zu können. Wenn das Gutachten positiv ausgefallen ist, sollten Sie es natürlich auch bei Ihrer Fahrerlaubnisbehörde abgeben ;-) Denn nur mit einem positiven Gutachten bekommen Sie Ihren Führerschein zurück.

Ohne positives MPU-Gutachten bekommen Sie den Führerschein nicht zurück!

Manchmal stehen im MPU-Gutachten sogenannte Empfehlungen des Gutachters an Sie. Das betrifft meistens negative MPU-Gutachten. Bitte besprechen Sie diese Empfehlungen ausführlich mit Ihrer MPU-Vorbereitungsstelle (Verkehrspsychologen, Verkehrstherapeuten, MPU-Berater).

>> Lesen Sie hier mehr über den richtigen Umgang mit einem negativen MPU-Gutachten

Welche verschiedenen MPU-Gutachten gibt es?

1. Das positive MPU-Gutachten

Ein positives Gutachten bedeutet normalerweise, dass für Sie alles in Ordnung ist. Die Bedenken und Zweifel an Ihrer Fahreignung konnten ausgeräumt werden. Sie haben die MPU quasi "bestanden" ;-)

2. Das negative MPU-Gutachten

Leider ist dieses Gutachten nicht ganz in Ordnung. Das bedeutet, die Bedenken gegen Ihre Fahreignung konnten nicht oder nicht vollständig ausgeräumt werden.

Daher erhalten Sie Ihre Fahrerlaubnis zunächst (noch) nicht zurück.

3. Nachschulungsempfehlung (Teil-Positiv)

Die Bedenken gegen Sie konnten nur teilweise ausgeräumt werden. In der Regel wurden Defizite (Mängel) bei Ihnen im Verlauf der MPU festgestellt, die Sie jedoch mit der Teilnahme an einem speziellen Kurs ausräumen können.

Damit ist jedoch nicht irgendein Vorbereitungskurs gemeint, sondern eine Nachschulungsmaßnahme zur Wiederherstellung der Fahreignung nach § 70 FeV (Fahrerlaubnis-Verordnung).

TIP: Lassen Sie bitte das Gutachten analysieren (z.B. von Ihrer MPU-Vorbereitungsstelle) und legen es dann möglichst bald Ihrer Fahrerlaubnisbehörde vor.

Wenn Ihre Fahrerlaubnisbehörde (Führerscheinstelle) der Kursempfehlung Ihres Gutachtens zustimmt, haben Sie die Möglichkeit, an einem speziellen Kurs teilzunehmen.

Nach Kursende bekommen Sie in der Regel ohne weitere Prüfung und ohne erneute MPU Ihre Fahrerlaubnis (Führerschein) wieder.

Wann erhalten Sie das MPU-Gutachten?

Die Bundesanstalt für Straßenwesen in Köln (BASt) schreibt dazu: "Bis zur Versendung des Gutachtens können nach Eingang aller eventuell noch ausstehenden Befunde zehn Werktage vergehen."

Leider sieht die Praxis bei allen Begutachtungsstellen (sogenannte MPU-Stellen) deutschlandweit sehr unterschiedlich aus. Es gibt "traurige" Beispiele, in denen die Betroffenen fast drei Monate (!) auf ihr Gutachten gewartet haben, obwohl alle Befundunterlagen seit dem MPU-Datum vorgelegen haben.

Fairerweise muß jedoch auch gesagt werden, dass einige Begutachtungsstellen extrem schnell (3-4 Tage) mit Erstellung und Versand des MPU-Gutachtens sind - sehr zur Freude der MPU-Teilnehmer.


Was machen Sie mit dem MPU-Gutachten?

Normalerweise verschickt die Begutachtungsstelle (Gutachterstelle) zwei Exemplare an Sie. Eine Ausfertigung für Sie und eine für die Behörde. Sollten Sie nur ein MPU-Gutachten bekommen, kann es sein, dass Sie zugestimmt haben, dass die Gutachterstelle ein Gutachten-Exemplar direkt an die Führerscheinstelle geschickt hat.

Wichtig!! Geben Sie ein negatives Gutachten nicht ab, bevor Sie mit Ihrer MPU-Vorbereitungsstelle (Berater oder Verkehrspsychologen) darüber gesprochen haben. Nur in sehr wenigen Fällen sollte man ein negatives Ergebnis abgeben. Entgegen anders lautender Darstellungen sind Sie nämlich dazu nicht verpflichtet. Dieses negative Gutachten "wandert" in Ihre Führerscheinakte und wird dort weit über 10 Jahre aufgehoben.

Ausnahmen könnten lediglich dann bestehen, wenn Sie wegen mehrerer Fragestellungen zur MPU mußten und Teile davon positiv bewertet wurden. Beispiel: Jemand muß wegen Alkohol und Drogen und Verkehrsrecht  zur MPU.

Wenn nun in der Begutachtung ein Teil davon als positiv bewertet wurde (z. B. Verkehrsrecht), der andere Teil mit Alkohol und Drogen aber negativ, dann müssen Sie die nächste MPU "nur" wegen Alkohol und Drogen durchführen lassen (was Zeit, Nerven und Geld spart).

Falls Sie ein positives Gutachtenergebnis erhalten haben, sollten Sie das MPU-Gutachten möglichst schnell Ihrer zuständigen Fahrerlaubnis aushändigen. Sie können das per Post (Einschreiben) oder besser persönlich aushändigen.

Es ist sinnvoll, wenn Sie vorher anrufen, so können Sie eventuell einen festen Termin vereinbaren und anschließend direkt Ihren Führerschein erhalten.

Nach Kursende bekommen Sie in der Regel ohne weitere Prüfung und ohne erneute MPU Ihre Fahrerlaubnis (Führerschein) wieder.

Muss man das MPU-Gutachten abgeben?

Bei einem positiven MPU-Gutachten erübrigt sich diese Frage. Selbstverständlich sollten Sie ein positives MPU-Gutachten abgeben, um Ihre Fahrerlaubnis (Führerschein) zurückzubekommen.

Bei einem negativen MPU-Gutachten müssen und sollten Sie das Gutachten nicht abgeben! Es besteht kein gesetzlicher oder sonstiger Zwang und auch keinerlei Notwendigkeit dazu.

"Es ist gehüpft wie gesprungen": wenn das Gutachten negativ ist, wird Ihr MPU-Antrag "negativ beschieden" - Sie erhalten Ihren Führerschein nicht zurück. Wenn Sie das negative Gutachten nicht abgeben, wird Ihr Antrag ebenfalls "negativ beschieden" und Sie bekommen die Fahrerlaubnis auch nicht zurück.

Das negative MPU-Gutachten!

Ein negatives MPU-Gutachten ist meistens eine herbe Enttäuschung. Doch mit einem negativen Gutachten geht die Welt nicht unter. In einigen Fällen kann man leider fast vorhersagen, daß das zu erwartende Gutachten negativ wird. Das ist insbesondere häufig dann der Fall, wenn keine richtige MPU-Vorbereitung und Aufarbeitung vor der MPU in Anspruch genommen wurde.

TIP: Eine gute MPU-Vorbereitung ist mittlerweile sehr wichtig, bzw. fast unerläßlich, um negative Gutachten zu vermeiden! 

CHANCE: Das negative MPU-Gutachten bietet jedoch auch eine große Chance. Im Gutachten ist ausführlich erklärt, warum Sie die MPU nicht bestanden haben. Allerdings ist das Gutachten leider sehr oft sprachlich und inhaltlich für einen Laien schwer verständlich, so daß man es sich am besten von einem Fachmann "übersetzen" bzw. erklären lassen sollte.

EMPFEHLUNGEN: Werden in einem negativen MPU-Gutachten Ihre Mängel festgestellt und können daher die Zweifel an Ihrer Fahreignung nicht ausgeräumt werden, dann können sogenannte Empfehlungen im Sinne einer orientierenden Hilfestellung gegeben werden.

Das bedeutet im Klartext, daß relativ klare Angaben über medizinische und psychologische Maßnahmen vorgeschlagen werden. Wie Sie diesen Empfehlungen am Besten und sichersten nachkommen, können Sie sich bei einer MPU-Vorbereitung (Verkehrspsychologe) beraten lassen.

Wenn Sie aus den Fehlern der Vergangenheit das Richtige gelernt haben und die Empfehlungen sinnvoll umsetzen, steigen Ihre Chancen auf eine positive MPU enorm an.

Das positive MPU-Gutachten!

Wenn Ihr Gutachten positiv ist, geben Sie es bitte bei Ihrer Behörde ab. Es wird dann überprüft und oft können Sie dann bereits gleich Ihren neuen Führerschein in Empfang nehmen und sich freuen, dass Sie jetzt nach einer positiven MPU wieder am Straßenverkehr teilnehmen können.

Das teil-positive MPU-Gutachten mit Kurs-Zuweisung!

Wenn Ihre Fahrerlaubnisbehörde (Führerscheinstelle) der Kursempfehlung Ihres Gutachtens zustimmt, haben Sie die Möglichkeit, an einem speziellen Kurs teilzunehmen.

Nach Kursende bekommen Sie in der Regel ohne weitere Prüfung und ohne erneute MPU Ihre Fahrerlaubnis (Führerschein) wieder.

FAZIT:

Als Betroffene einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung sollte man zeitlich möglichst lange vor der MPU sich um eine passende zielgerichtete MPU-Vorbereitung kümmern, damit das Gutachten im ersten Anlauf bereits positiv ist. Eine positive MPU ist in der Regel nur über diesen Weg möglich. Ausnahmen bestätigen die Regel.